Gotterkenntnis
Am Tag als der Gedanke aufwachte…..
schaute er sich um und sah:
Nichts! Er konnte nichts sehen,weil es nichts gab,außer ihm selbst.
Er hörte aufmerksam in die Stille hinein und hörte:
Nichts,da es nichts gab außer ihm selbst.
Kein Wunder,daß ich bis jetzt geschlafen habe,dachte er.
Wenn es nichts gibt,außer mir selbst,dann bin ich alles,was es gibt.
Und wenn ich alles bin,kann ich auch alles sein.
Alles,was ich denken kann.
Und er beschloß,es zu probieren.
Er dachte an Raum und wurde zu Raum,er dachte an Wasser und wurde zu Wasser.
Er dachte an Licht,und wurde zu Licht,er dachte an Erde und wurde zu Erde.
Er wurde zu allem,an das er dachte.
Er,der Gedanke,war nun mehr als vorher,
und doch gab es weiterhin nichts,außer ihm selbst.
Er war alles und eines,er war all-ein.
Und er dachte an Pflanzen,die das Wasser und die Erde und das Licht fühlen konnten.
Er dachte an Tiere,die sich im Raum bewegen und im Wasser schwimmen konnten.
Er dachte an Menschen,die denken konnten wie er selbst.
Denn all das war er selbst,da es nichts anderes gab,außer Ihm dem Gedanken.
Nun konnte der Gedanke sich selbst erkennen.
Er erkannte sich im Raum,im Wasser und im Licht,
Er erkannte sich in den Pflanzen,
in den Tieren und in den Menschen,und doch war er weiterhin nur der Gedanke.
Und es gab nichts,außer ihm selbst.
Er war Ursache,und er war die Wirkung.
Er war der Schöpferund die Schöpfung in einem.
Denn alles Erdachte war der Gedanke selbst.
Und so bemerkte er,daßer nicht Gedanke,sondern Denken war.
Er war das,was er tat,er war die Tätigkeit selbst.
Er war kein jemand,und er war kein Etwas.
Er war das Erschaffen selbst.
Am Tag,an dem das Denken begann,Gedanken über sich selbst zu machen,wachte es auf.
Es wurde,als ihm einfiel,daß es da war.
Denn alles Erdachte entstand durch das Denken,und nun dachte es an sich.
Und plötzlich wußte es,daß es sich selbst erschuf.
Es erschuf sich in jedem Augenblick,immerfort und immer neu und unaufhörlich.
Ea konnte nicht aufhören,zu denken,denn es war das Denken selbst.
Und es fragte sich,wei lange dieser wunderbare Zustand wohl anhalten würde.
Als es darüber nachdachte,erkannte es,
daß kein Gedanke,jemals rückgängig zu machen war.
Jeder Gedanke,einmal gedacht,war unwiderruflich.
Es konnte denken,was es wollte,es konnte das eine denken und dann das andere,
aber niemals einmal Gedachtes zum Nichtgedachten erklären.
So war auch die Selbsterkenntnis Unumkehrbar.
Auch wenn es sich vornahm,an etwas nicht zu denken,
war es dadurch schon gedacht.
Nichts konnte dazu bestimmt sein,niemals gedacht zu werden.
Und nichts konnte gedacht werden,ohne an das Gegenteil mitzudenken.
Es hatte das Licht erdacht und mit ihm die Dunkelheit.
Es hatte die Geburt erdacht und mit ihr den Tod.
Nichts war zu trennen,nichts war teilbar,alles war eins.
Doch jetzt konnte es lachen und weinen,jubeln und trauern,
essen und trinken und schmecken und fühlen,
es konnte tanzen und singen und fliegen und schwimmen.
Das Göttliche begann,seine Existenz zu feiern,am Tag, als der Gedanke erwachte.