ZEN-Geist

“Wo dieses Nichtdenken herrscht,
sind unermeßlich
die Sinne und das Gefühl.
Weder das eigene Selbst noch ein anderes
findest du je im Reiche der soseienden Wahrheit.
Wenn du plötzlich und ohne langes Besinnen
sie passend ausdrücken müßtest,
würdest du wohl sagen:
Nicht-Zwei ist sie.
Wenn es aber keine Zwei mehr gibt,
so ist alles das Eine und Selbe.
Alles umfaßt es. Es kommen
die Weisen aus aller Welt
und huldigen ihm.
Die Eine Wahrheit kann man
weder erweitern noch einengen.
Ein Augenblick ist
wie zehntausend Jahre.
Sein und Nichtsein,
die ganze Welt, eröffnet sich
grenzenlos dem Auge.

Das Kleinste ist dem Größten gleich,
die Grenzen sind weggewischt.
Das Größte ist dem Kleinsten gleich
ohne jede Scheidewand.
Sein ist nichts anderes als Nichts,
Nichts ist nichts anderes als Sein.
Und ist es dir noch nicht so,
dann darfst du auch an nichts festhalten!
Das Eine ist nichts anderes als das All,
das All ist nichts anderes als das Eine.
Und wenn dem so ist, was schiert dich dann
noch Unvollkommenheit?

Glauben ist Nicht-Zwei.
Nicht-Zwei ist Glauben dessen,
das unaussagbar ist.
Vergangenheit und Zukunft,
sind sie nicht
ein ewiges Jetzt?

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