Eckhart Tolle - Warten auf die Zukunft, auf das Glück - Flucht aus der Wirklichkeit des Augenblicks
Hier schildert Eckhart Tolle die Tendenz der Menschen, aus der Wirklichkeite des Augenblicks zu flüchten in eine gedachte Zukunft, die nie eintritt.
Ganzheitliches Bewusstsein
Hier schildert Eckhart Tolle die Tendenz der Menschen, aus der Wirklichkeite des Augenblicks zu flüchten in eine gedachte Zukunft, die nie eintritt.
Advaita bedeutet “Nicht-Zweiheit” und entspringt als wichtigste philosophische Lehre dem indischen Hinduismus. Der Kern dieser Lehre ist die Ansicht, dass alles in der Welt eine Einheit ist. Alles ist in Wirklichkeit miteinander verbunden, und es gibt nichts, was alleine und unabhängig von der Gesamtheit existiert. Dieses Eine könnte man Gott, ‘’Alles'’, “Selbst” oder wie auch immer nennen. Die Wahrnehmung des Menschen, der sich als eigene Person, als Individuum erfährt, ist demnach eine Illusion (Maya) oder anders gesagt ein begrenzter Bewusstseinsraum, der sich seiner Gesamtheit nicht bewusst ist. Der Austritt aus dieser Begrenzung und damit die Selbsterkenntnis dessen was wir wirklich sind, ist die Befreiung des Bewusstseins aus der Identifikation als persönliches ICH, und wird als Erleuchtung bezeichnet.
Die Einheit kann nicht gedanklich erfasst oder logisch verstanden werden, denn jedes Verstehen erfordert die Zweiteilung in ein Objekt, das verstanden wird und ein Subjekt, das versteht. Advaita wird deshalb auch als die Lehre der Nicht-Zweiheit oder des ‘’kein Zweites'’ bezeichnet.
Die Begegnung mit einem derart ‘’erwachten'’ Lehrer wird Satsang genannt. Satsang bedeutet “In Wahrheit zusammenkommen” (von Sat = Wahrheit und Sang = Zusammenkommen). Satsangs finden überall auf der Welt statt und immer mehr “Erleuchtete” geben selber Satsangs. Hier findet in der Regel eine Fragerunde statt, wo jeder Besucher Fragen an den Lehrer stellen kann und dieser durch die Klarheit seiner Antworten, den Fragenden zu sich selbst führt.
Der indische Heilige Ramana Maharshi (1879 - 1950), ist einer der wichtigsten Vertreter des Advaita. Er wollte nie ein Guru sein, und doch hat man nach seinem Tod einen Ashram für ihn gegründet. Schon in jungen Jahren hatte er sich aus der Gesellschaft zurückgezogen und sich auf dem Berg Morgenrot (Arunachala) bei Tiruvannamalai, Tamil Nadu, Indien, jahrelang in regungslose Haltung und Schweigen versenkt. Als er wieder zu sprechen begann, waren seine Worte von einer absoluten Reinheit und Klarheit getränkt, und er sprach nur noch über die Erfahrung des Einsseins mit dem absoluten, göttlichen Selbst, in der Tiefe des eigenen Herzens.
Ramana versuchte seine Besucher in dieselbe Erfahrung zu führen, indem er sie unablässig zur Frage nach dem Selbst aufforderte: Wer bin ich? Durch das Verfolgen dieser Frage zurück zur Quelle, wollte er seine Schüler zu sich selbst führen. Das “ICH BIN” ist die Quelle der persönlichen Identifikation und der gesamten manifestierten Welt. Das zu erkennen, führt hinter diese Frage und der Schüler begreift, dass er selber nicht das ist, was ICH und die Welt in Ihren Erscheinungen sind, sondern die Unendlichkeit aus der dieses ICH entspringt.
Da die Einheit und damit das wahre Selbst nicht rational zu erfassen ist, kann sie nicht gewollt werden oder erarbeitet werden. Das ist die eigentliche und schwierigste Hürde, denn unsere rationale Welt zielt darauf, durch persönliches Engagement und durch persönliche Handlung etwas erreichen zu wollen. Das wahre Verstehen aber kann nur die Erkenntnis sein, dass alles was verstanden werden kann, nicht die Einheit ist. Nach all dem jahrelangen Suchen und dem Wunsch seine Persönlichkeit durch Praktiken, wie Meditation, Yoga o.ä., zur Erleuchtung zu führen, muss akzeptiert werden, dass nur die Hingabe und damit Aufgabe der Identifikation als persönliches, eigenständiges Wesen, zur Erleuchtung führt.
Das Bewusstsein erkennt dann plötzlich, dass alles eins ist und immer schon eins war. Die Einheit wurde nur nicht erfahren, weil man sich so lange als persönliches ICH begrenzt erfahren hat und nicht bereit war diese Begrenzung aufzugeben. Hat man es einmal erfahren und durchschaut, ist es das Selbstverständlichste und Einfachste der Welt. Wir sind selber das Leben, mit all seinen Erscheinungen und unsere Person dient nur dazu, dies zu erfahren. Das ICH ist nur ein Wahrnehmungskanal, durch das sich das SELBST selbst erfahren kann.
Es geht also darum, alle Konzepte und Gedankenkonstrukte über die Welt aufzugeben und sich der allumfassenden Wahrheit hinzugeben. Es geht nicht darum, für sich als Person Glück und Frieden zu erreichen und Leid zu vermeiden, sondern darum, ein tiefes Vertrauen in das Leben zu entwickeln und sich dem was geschieht, ganz und gar hinzugeben und es anzunehmen.